Unser Patron

Philipp Neri ist der Narr in der Soutane unter den Heiligen.

Portrait Philipp Neri (1515-1595)

14 Päpste hat er überlebt, hat über alle seine Witze gerissen und keinem gehorcht. Philipp Neri ist der Narr in der Soutane unter den Heiligen.

Sein freier Glaube und seine spirituelle Ausstrahlung wuchsen aus seelisch-aufrührenden Gebets- erfahrungen, die ihn immer wieder in ein Wechselbad von Selbstzweifel und ekstatischer Gott- verbundenheit versetzten. Weinen, Zittern, innere Hitze, zu Berge stehende Haare haben ihn sein Leben lang in diesen Augenblicken begleitet und ihm das Kopfschütteln der kritischen Zeitgenossen und den Voyeurismus der Superfrommen beschert.

Seine Clownerie, mit der er die Herzen der Jugend und der einfachen Leute gewann, entstammte seiner klaren Überzeugung, dass Glaube ohne Freude krank macht. Zudem schütze er sich so vor sensations gierigen Touristen und den Kontrolleuren der kirchlichen Obrigkeit. Ohne Rücksicht auf Amt und Wür-
den nahm er mit seinem Witz jede religiös verbrämte Etikette und Frömmelei aufs Korn. Viele dieser Anekdoten sind überliefert, aber seine Schriften hat er verbrannt: Die Welt der Bücher war ihm zu staubig.

Glaube ist Erfahrung und gelebte Praxis. Während der Petersdom entstand, die Sixtinische Kapelle ausgemalt wurde, sich die Reformation etablierte und man über die sozialen Probleme der Weltstadt Rom an allen Ecken stolperte, hockte Philipp in einer Dachkammer, plauderte und philos phierte – zwischen aufgehängter Wäsche und seiner Katze – mit Frommen und einfältigen Typen, mit Stadtstreichern, Kindern, ausgebrannten Pilgern, aber auch mit zeitgenössischen Berühmtheiten.

Hier startete das “Oratorium”, eine von Philipp Neri gegründete Form gemeinschaftlich zu leben, zu “theologisieren”, zu feiern, zu beten und soziale Arbeit zu leisten, die unserem jugendpastoralen Zentrum zum Namen verhalf.

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